Die erste Jobbörse Pferdewirtschaft – to be continued

Am 11. März 2019 fand im Rahmen der EQUITANA die erste „Jobbörse Pferdewirtschaft“ statt. Geplant wurde die Veranstaltung von einer Projektgruppe des Studiengangs Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). „Gerade in der Pferdewirtschaft ist es für junge Pferdewirtschaftler von großem Interesse, Kontakte aufzubauen und zu erfahren, welche unterschiedlichen, zahlreichen und interessanten Arbeitsangebote rund um das Pferd existieren“, sagt Prof. Dr. Dirk Winter, Studiendekan Pferdewirtschaft an der HfWU.

Die Veranstaltung kann als voller Erfolg verbucht werden. Insgesamt waren zehn Unternehmen aus der Pferdewirtschaft vertreten, um sich als potenzielle Arbeitgeber zu präsentieren, darunter Marktgrößen wie Röwer&Rüb, der Hannoveraner Verband und die EQUOVIS GmbH, unter welcher seit Anfang 2019 einige der stärksten Marken der Futtermittelindustrie (Derby, Höveler, Nature´s Best, etc.) zusammengeführt wurden. Die meisten der vertretenden Unternehmen hatten auch gleich ein paar interessante Stellenangebote im Gepäck.

Um 13 Uhr fiel mit einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Winter der Startschuss für die Jobbörse, der die Unternehmen sowie die bereits zahlreich erschienen Gäste herzlich willkommen hieß. Unter diesen fanden sich überwiegend Studenten und Alumni der bekannten Studiengänge der Pferdewirtschaft. Als Gastgeber war natürlich der Studiengang Pferdewirtschaft der HfWU zahlreich vertreten, aber auch Pferdewissenschaftler von der Uni Göttingen sowie Equine Sports & Business-Studenten von der Van Hall Larenstein University of Applied Science (Niederlande) haben den Weg nach Essen auf sich genommen, um in den direkten Dialog mit den verschiedenen Unternehmen aus Pferdewirtschaft und Reitsportindustrie einzusteigen. Und dieser war nach Aussage der Aussteller sehr interessiert und werthaltig. Kein beiläufiges „Ich wollte nur mal gucken.“, sondern konkrete Fragen, intensive Gespräche und ein ehrlicher Erfahrungsaustausch erwartete die Ansprechpartner der verschiedenen Unternehmen.

Auch EquiJob war auf der Jobbörse vertreten und erfreute sich über einen regen Austausch mit den überwiegend weiblichen Kandidaten. Am meisten interessierte die potenziellen Bewerber, wie denn ihre Chancen stehen, in der Pferdebranche beruflich Fuß zu fassen, und welche Jobs am häufigsten ausgeschrieben werden. Darüber hinaus konnten wir uns auch mit Kandidaten austauschen, die bereits einige Vorstellungsgespräche geführt hatten oder schon mitten im Berufsleben stehen und darüber ausführlich berichtet haben. Besonders haben wir uns über das durchgängig positive und dankbare Feedback zum EquiJob-Portal gefreut. Auch die verschiedenen Anregungen, wie es noch besser werden kann, haben wir selbstverständlich mitgenommen und werden auch daran arbeiten, diese so schnell wie möglich umzusetzen.

Grundsätzlich wurde diese erste Jobbörse der Pferdewirtschaft von allen Beteiligten als sehr positiv gewertet. Auch wurde bereits laut darüber nachgedacht, dass man diese Veranstaltung auf jeden Fall wiederholen sollte, da die Aufklärung und Informationen darüber, was der Arbeitsmarkt der Pferdbranche fordert und wie man diese Anforderungen am besten erfüllen kann, enorm wichtig und zwingend notwendig sind. Vor allem die bestehende – und wahrscheinlich auch dauerhaft anhaltende – Situation, dass es weitaus mehr offene Stellen als qualifizierte Bewerber gibt, erfordert zunehmend neue Wege und einen werthaltigen Dialog. Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich gewandelt und davon ist auch die Pferdebranche nicht ausgenommen. Die Anzahl an Bewerber ist spürbar rückläufig. Mit der Leidenschaft zum Pferd hat die Branche noch immer ein überzeugendes Argument, aber darauf dürfen sich die Unternehmen nicht ausruhen, wie Georg Ettwig, Leiter Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) zu bedenken gibt. Die Unternehmen müssen auf die Bewerber aktiv zugehen, um im Kampf um die guten Talente nicht das Nachsehen zu haben.

Am Schluss der Jobbörse stand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus den verschiedenen Bereichen der Pferdewirtschaft. Unter der Moderation von Dr. Astrid von Velsen-Zerweck (Landoberstallmeisterin des Haupt- und Landgestüts Marbachs) stellten sich Georg Ettwig (Leiter Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V.), Dr. Katharina Wiegand (Auktionsbüro des Hannoveraner Verbandes), Ina Gläßer (Geschäftsführerin von German Horse Industry Consulting), Hannes Müller (Ausbildungsleiter der Deutschen Reitschule in Warendorf) und Prof. Dr. Dirk Winter (Studiendekan Pferdewirtschaft an der HfWU) den Fragen des Publikums und setzten aus ihrer jeweiligen Perspektive Statements zum Arbeitsmarkt der Pferdewirtschaft.

Besonders interessant für die anwesenden Jobsuchenden waren die Antworten auf die Eingangsfrage, wie denn der ideale Bewerber aussieht. Das Kriterium, in dem sich alle einig waren, galt nicht speziellen Fachkompetenzen oder einer spezifischen Qualifikation, sondern die allgemeine Einsatz- und Leistungsbereitschaft stand an oberster Stelle – eine Eigenschaft, die theoretisch jeder Kandidat mit sich bringen kann.

Dem gegenübergestellt wurde die Frage, warum sich Kandidaten für die Teilnehmer der Podiumsdiskussion bzw. den dahinterstehenden Unternehmen als Arbeitgeber oder für ein Studium der Pferdewirtschaft entscheiden sollten. Auch hier waren sich alle einig in dem Argument, welches von Hannes Müller so treffend mit den Worten „Riding is a way of life.“ auf den Punkt gebracht wurde. Und für alle, die nach diesem Credo ihr Leben gestalten, führt kein Weg an einem Job in der Pferdewirtschaft vorbei. Natürlich ist dies nicht das einzige Argument, welches für eine berufliche Herausforderung in dieser Branche spricht. Ein tolles Team mit vielseitigen Aufgaben, die man selbst gestalten kann beim Hannoveraner Verband sowie spannende Arbeitsplätze mit internationaler Orientierung und guten Karrierechancen bei den Industrieunternehmen, die im Netzwerk des GHI vertreten sind, wurden ebenfalls genannt.

Der Grundstein für einen solch tollen Job lässt sich zum Beispiel mit dem Studium der Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen legen. Das Studium verbindet die Themen Pferde und Wirtschaft mit einem ausgeglichenen Mix aus Theorie und Praxis, und überzeugt mit diesem Konzept und den daraus hervorgehenden Absolventen auch die Arbeitgeber der Branche. Prof. Dr. Dirk Winter berichtet, dass noch vor zehn Jahren viele Unternehmen sehr skeptisch gegenüber den Absolventen waren und diese kaum als adäquate Fachkräfte wahrgenommen haben. Mittlerweile hat sich diese Wahrnehmung deutlich verändert. Heute kommen die Unternehmen mit interessanten Stellenangeboten aktiv auf die Hochschule zu, um die Absolventen für sich zu gewinnen.

Fazit ist, die Pferdebranche steht einem Wandel gegenüber. Viele Unternehmen sind national und international auf Wachstumskurs und damit stehen die Jobchancen für Berufseinsteiger sowie für Berufserfahrene sehr gut. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – muss der Dialog zwischen allen Beteiligten weiter gefördert werden. Und eine Jobbörse, wie sie im Rahmen der EQUITANA am 11. März stattgefunden hat, bietet dazu eine wunderbare Gelegenheit, die unbedingt wiederholt werden sollte.

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